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StartseiteAusstellung: Wo sind sie? Kein Mensch verschwindet spurlos

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13.05.2018 - 20.06.2018

Lateinamerika-Tage: Ausstellung "Wo sind sie? Kein Mensch verschwindet spurlos"

Vom 13. Mai bis zum 20. Juni ist im Foyer des Annahofs (Augustanahaus) die Wanderausstellung "Wo sind sie? Kein Mensch verschwindet spurlos" zu sehen. Die Ausstellung wird im Rahmen der Lateinamerikatage der Werkstatt Solidarische Welt in Kooperation mit Amnesty International Augsburg und Hamburg gezeigt. Es geht um das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen und zeigt beispielhaft Fälle aus ganz Mexiko. Die Finissage findet am Weltflüchtlingstag (Mittwoch, 20. Juni) um 18 Uhr mit der Aktion "Flüchtlingsboot im Annahof" statt.

Vernissage: Sonntag, 13. Mai 2018, um 19 Uhr
Ausstellung: 14. Mai - 20. Juni, Montag 9 bis 18 Uhr, Dienstag bis Samstag jeweils von 9 bis 23 Uhr
Finissage: Mittwoch, 20. Juni 2018, ab 18 Uhr – mit einer Aktion zum Weltflüchtlingstag
Wo: Annahof, Augustanahaus (Foyer), Im Annahof 4, 86150 Augsburg

Zur Ausstellungseröffnung hält Wolfgang Grenz, Regionalwissenschaftler i.R. am Hamburger Lateinamerikainstitut, einen einführenden Vortrag und zeigt einen kurzen Film zum Thema. Grenz ist auch Mitglied der Amnesty-Koordinationsgruppe für Mexiko und Lateinamerika (http://www.casa-amnesty.de), welche die Ausstellung konzipiert hat. Die Vernissage wird mit Live-Musik von des Augsburger Ensembles "Brazilian Affair" umrahmt. Bis zur Finissage am Weltflüchtlingstag, dem 20. Juni, ist die Ausstellung montags von 9 bis 18 Uhr und von Dienstag bis Samstag jeweils von 9 bis 23 Uhr im Foyer des Annahofs zu sehen. Die Ausstellung widmet sich einem besonders grausamen Verbrechen, das in Mexiko seit Jahren tausendfach begangen wird. Warum werden Menschen Opfer des Verschwindenlassens? Was bedeutet es für Angehörige und Freunde, wenn plötzlich ein Mensch verschwunden ist?

Ausgangspunkt für dieses Projekt war das gewaltsame Verschwinden der 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero, das im September 2014 weltweites Aufsehen erregte. Bis heute haben die Ermittlungen zu keiner abschließenden Klärung geführt. Die Ausstellung behandelt das Verbrechen aber auch in seiner historischen Tiefe und greift Einzelfälle auf, die bis in die Zeit des so genannten "Schmutzigen Krieges" (1970er-Jahre) zurückgehen. Die aktuellen Daten reichen bis Oktober 2017.

Das Verschwindenlassen ist eine Form der Gewaltausübung, die eine tiefe Verunsicherung von Menschen zum Ziel und vielfach den Tod zur Folge hat. Und es gibt starke Indizien für diese Gewaltausübung: Die gut getarnten Massengräber, die überall in Mexiko entdeckt werden, sowie das Verschwinden ganzer Menschengruppen. Offiziell gelten mittlerweile mehr als 32.000 Personen als vermisst (Stand: Herbst 2017). Polizei und Militär sind häufig an den Verbrechen beteiligt oder nehmen diese billigend in Kauf. Täter werden nur sehr selten belangt. Die Aufklärungsrate liegt bei 1-2 Prozent. Amnesty International beklagt die weitgehend gleichgültige Haltung des mexikanischen Staates.

Zum gesamten Programm der Lateinamerikatage: http://weltladen-augsburg.de/werkstatt/projekte/lateinamerikatage/